Emotionale Entwicklung bei Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung: klinische und therapeutische Perspektiven
Sappok T (2026)
Nervenarzt.
Zeitschriftenaufsatz
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Emotional development in individuals with intellectual disability: clinical and therapeutic perspectives
Abstract / Bemerkung
BACKGROUND: Individuals with intellectual disabilities (ID) show not only cognitive but also emotional developmental delays, which can be associated with challenging behavior, unnecessary psychopharmacological treatment and restricted participation. The emotional development approach provides aframework for understanding behavior associated with acertain developmental level, differentiating it from mental disorders and making it usable for diagnostics, treatment and support.; AIM: The objective is to present the theoretical foundations, diagnostics and clinical relevance of emotional developmental level for behavioral problems, mental disorders and treatment or intervention planning in adults with ID.; METHOD: The emotional development approach and current empirical studies on challenging behavior, mental disorders and developmentally appropriate treatment options in people with DID are presented.; RESULTS: In addition to intellectual development, socioemotional abilities are also impaired in people with ID, with the severity of behavioral disorders increasing in lower developmental stages. Depending on the emotional reference age, development typical behavior, so-called behavioral phenomena, can be found, knowledge of which is helpful for distinguishing them from mental illnesses. Certain clinical pictures, such as autism spectrum disorders, feeding or tic disorders occur more frequently in early developmental stages, whereas others such as dissociative disorders, social phobias or personality disorders are only observed above adevelopmental age of 4years. Disorders such as depression, posttraumatic stress disorder and schizophrenia occur in all developmental stages, independent of the emotional reference age. Developmentally appropriate treatment planning reduces the use of psychotropic medication, particularly in behavioral disorders, while simultaneously improving behavior, mood and adaptive skills.; DISCUSSION: The emotional development approach enables practitioners to engage in developmentally appropriate communication and interaction, supports differential diagnostic clarification and facilitates tailored therapy and treatment planning. © 2026. The Author(s).
Hintergrund Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung (SIE) weisen neben kognitiven auch emotionale Entwicklungsverzögerungen auf, die mit herausforderndem Verhalten und eingeschränkter Teilhabe sowie häufig nicht notwendiger Psychopharmakotherapie einhergehen können. Der emotionale Entwicklungsansatz bietet einen Rahmen, entwicklungsassoziierte Verhaltensweisen zu verstehen, von psychischen Erkrankungen zu differenzieren und für Diagnostik und Behandlung nutzbar zu machen. Ziel Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen, Diagnostik und klinische Bedeutung des emotionalen Entwicklungsansatz für Verhaltensauffälligkeiten, psychische Störungen und Behandlungs- bzw. Interventionsplanung bei Erwachsenen mit SIE darzustellen. Methode Der emotionale Entwicklungsansatz sowie der Zusammenhang mit herausforderndem Verhalten, psychischen Erkrankungen und entwicklungsgerechten Behandlungsmöglichkeiten bei Personen mit SIE werden dargestellt. Ergebnisse Neben der intellektuellen Entwicklung sind bei Personen mit SIE auch sozioemotionale Fähigkeiten beeinträchtigt, wobei die Schwere von Verhaltensstörungen mit niedrigeren Entwicklungsphasen assoziiert ist. In Abhängigkeit vom emotionalen Referenzalter finden sich entwicklungstypische Verhaltensweisen, sog. Verhaltensphänomene, deren Kenntnis für die Abgrenzung von psychischen Krankheiten hilfreich ist. Bestimmte Krankheitsbilder wie z. B. Autismusspektrumstörungen, Fütter- oder Tic-Störungen treten in frühen Entwicklungsphasen häufiger auf, während andere wie z. B. dissoziative Störungen, soziale Phobien oder Persönlichkeitsstörungen erst ab einem emotionalen Referenzsalter von über 4 Jahren zu beobachten sind. Störungen wie z. B. Depression, posttraumatische Belastungsstörung und Schizophrenien treten unabhängig vom emotionalen Referenzalter in allen Entwicklungsphasen auf. Die entwicklungsgerechte Behandlungsplanung reduziert insbesondere bei Verhaltensstörungen Psychopharmaka und verbessert das Verhalten, die Stimmung und adaptiven Fähigkeiten der Personen mit SIE. Diskussion Der emotionale Entwicklungsansatz erleichtert praktisch Tätigen die entwicklungsgerechte Kommunikation und Interaktion, unterstützt die diagnostische Abklärung und die passgenaue Therapie- und Behandlungsplanung.
Hintergrund Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung (SIE) weisen neben kognitiven auch emotionale Entwicklungsverzögerungen auf, die mit herausforderndem Verhalten und eingeschränkter Teilhabe sowie häufig nicht notwendiger Psychopharmakotherapie einhergehen können. Der emotionale Entwicklungsansatz bietet einen Rahmen, entwicklungsassoziierte Verhaltensweisen zu verstehen, von psychischen Erkrankungen zu differenzieren und für Diagnostik und Behandlung nutzbar zu machen. Ziel Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen, Diagnostik und klinische Bedeutung des emotionalen Entwicklungsansatz für Verhaltensauffälligkeiten, psychische Störungen und Behandlungs- bzw. Interventionsplanung bei Erwachsenen mit SIE darzustellen. Methode Der emotionale Entwicklungsansatz sowie der Zusammenhang mit herausforderndem Verhalten, psychischen Erkrankungen und entwicklungsgerechten Behandlungsmöglichkeiten bei Personen mit SIE werden dargestellt. Ergebnisse Neben der intellektuellen Entwicklung sind bei Personen mit SIE auch sozioemotionale Fähigkeiten beeinträchtigt, wobei die Schwere von Verhaltensstörungen mit niedrigeren Entwicklungsphasen assoziiert ist. In Abhängigkeit vom emotionalen Referenzalter finden sich entwicklungstypische Verhaltensweisen, sog. Verhaltensphänomene, deren Kenntnis für die Abgrenzung von psychischen Krankheiten hilfreich ist. Bestimmte Krankheitsbilder wie z. B. Autismusspektrumstörungen, Fütter- oder Tic-Störungen treten in frühen Entwicklungsphasen häufiger auf, während andere wie z. B. dissoziative Störungen, soziale Phobien oder Persönlichkeitsstörungen erst ab einem emotionalen Referenzsalter von über 4 Jahren zu beobachten sind. Störungen wie z. B. Depression, posttraumatische Belastungsstörung und Schizophrenien treten unabhängig vom emotionalen Referenzalter in allen Entwicklungsphasen auf. Die entwicklungsgerechte Behandlungsplanung reduziert insbesondere bei Verhaltensstörungen Psychopharmaka und verbessert das Verhalten, die Stimmung und adaptiven Fähigkeiten der Personen mit SIE. Diskussion Der emotionale Entwicklungsansatz erleichtert praktisch Tätigen die entwicklungsgerechte Kommunikation und Interaktion, unterstützt die diagnostische Abklärung und die passgenaue Therapie- und Behandlungsplanung.
Erscheinungsjahr
2026
Zeitschriftentitel
Nervenarzt
eISSN
1433-0407
Page URI
https://pub.uni-bielefeld.de/record/3016793
Zitieren
Sappok T. Emotionale Entwicklung bei Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung: klinische und therapeutische Perspektiven. Nervenarzt. 2026.
Sappok, T. (2026). Emotionale Entwicklung bei Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung: klinische und therapeutische Perspektiven. Nervenarzt. https://doi.org/10.1007/s00115-026-01978-z
Sappok, Tanja. 2026. “Emotionale Entwicklung bei Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung: klinische und therapeutische Perspektiven”. Nervenarzt.
Sappok, T. (2026). Emotionale Entwicklung bei Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung: klinische und therapeutische Perspektiven. Nervenarzt.
Sappok, T., 2026. Emotionale Entwicklung bei Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung: klinische und therapeutische Perspektiven. Nervenarzt.
T. Sappok, “Emotionale Entwicklung bei Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung: klinische und therapeutische Perspektiven”, Nervenarzt, 2026.
Sappok, T.: Emotionale Entwicklung bei Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung: klinische und therapeutische Perspektiven. Nervenarzt. (2026).
Sappok, Tanja. “Emotionale Entwicklung bei Menschen mit Störungen der Intelligenzentwicklung: klinische und therapeutische Perspektiven”. Nervenarzt (2026).
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