Kleinräumige Verteilung von Gesundheitsbedingungen in Städten
Spenger D, Geiselhart K (2022)
Standort 46(2): 76-83.
s00548-022-00768-4.pdf
3.04 MB
Debatten um Umweltgerechtigkeit gehen davon aus, dass ärmere Menschen von höheren gesundheitsrelevanten Umweltbelastungen betroffen sind, als wohlhabende. Untersuchungen in Erlangen zeigen jedoch, dass dies nicht zwangsläufig der Fall ist und nur einzelne sozioökonomisch benachteiligte Gebiete tatsächlich hohen Belastungen ausgeliefert sind. Andere hingegen verfügen durchaus über gute Umweltausstattungen. Zwar lassen sich einzelne besonders privilegierte Gebiete mit geringen Belastungen und guter sozioökonomischer Lage identifizieren aber andere eher wohlhabendere Gegenden zeigen sich als durchaus belastet. Im Zuge neuerer Innenentwicklung gibt es allerdings die Tendenz, dass Umweltressourcen und Umweltbelastungen zunehmend kleinräumiger nach Finanzkraft verteilt werden. Der Artikel entwirft eine leicht übertragbare Methode, die es ermöglicht, anhand der Kernindikatoren Lärmbelastung, Ausstattung mit öffentlichem/privatem Grün und Sozialdaten, Fragen der Umweltgerechtigkeit sehr kleinräumig zu betrachten und im Sinne eines „Frühwarnsystems“ Entwicklungen im Zeitverlauf zu beobachten. Zudem kann der praxisnahe Ansatz als ein Ausgangspunkt für integriertes Verwaltungshandeln gesehen werden, das insbesondere beim Zusammenhang Umwelt und Gesundheit häufig noch defizitär ist.
**Abstract**
Debates on environmental justice assume that poorer people are affected by higher health-related environmental burdens than wealthy people. However, studies in Erlangen show that this is not necessarily the case and that only individual socio-economically disadvantaged areas are actually exposed to high levels of pollution. On the other hand, some have good environmental conditions. Although individual, particularly privileged areas with low burdens and a good socioeconomic situation can be identified, other more affluent areas are also clearly under strain. However, in the course of recent reurbanisation processes, there is a tendency for environmental resources and burdens to be distributed on an increasingly smaller scale according to financial strength. The article presents an easily transferable method that makes it possible to investigate issues of environmental justice on a very small scale and to monitor developments over time in the sense of an “early warning system” by using the core indicators of noise pollution, the provision of public and private urban green, and social data. In addition, the practical approach can be seen as a starting point for integrated administrative action, which is often deficient, particularly in the context of the environment and health.
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