Resilienz in der Präklinik – Maßnahmen zur psychosozialen Stärkung des Rettungsdiensts
Jann P, Theiler H, Posingies C, Karutz H (2026)
Notfall und Rettungsmedizin.
Zeitschriftenaufsatz
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Autor*in
Jann, PhilippUniBi;
Theiler, Hannah;
Posingies, Corinna;
Karutz, Harald
Einrichtung
Alternativer Titel
Resilience in preclinical care—measures for psychosocial strengthening of emergency medical services
Abstract / Bemerkung
Emergency medical personnel are frequently exposed to psychological stress and disorders caused by both prolonged cumulative exposure to adverse events in daily work and by isolated highly stressful emergency responses. Primary preventive measures aim to reduce these cumulative stressors and enhance resilience, ideally by addressing multiple levels (individual, team, organizational, and societal) to ensure a holistic approach. Evidence-based strategies and recommendations have already been identified at each of these levels. Secondary preventive approaches, indicated after highly stressful incidents, are often described as helpful, but sufficient evidence regarding their effectiveness in preventing subsequent psychological sequelae is lacking. In contrast, tertiary preventive or curative professional interventions aimed at preventing the chronicity of trauma-related disorders appear promising. Furthermore, cross-cutting, resilience-enhancing approaches (e.g., strengthening social support, group cohesion, appropriate psychoeducation, and stress monitoring and screening) are also recommended. Promoting resilience in the emergency medical services is not only ethically justified but also makes sense from legal and economic perspectives. Nevertheless, there remains an urgent need for research to further clarify the effectiveness and sustainability of these and other intervention strategies.
Mitarbeitende im Rettungsdienst sind häufig psychischen Belastungen und Erkrankungen ausgesetzt, die sowohl durch anhaltende, kumulative Exposition gegenüber aversiven Ereignissen im Alltag als auch durch punktuelle hoch belastende Einsätze verursacht werden. Primärpräventive Maßnahmen zielen auf die Reduktion der kumulativen Belastungen sowie auf die Stärkung der Resilienz ab und sollten idealerweise auf mehreren Ebenen (bezogen auf Individuum, Team, Organisation und Gesellschaft) ansetzen, um eine ganzheitliche Förderung zu gewährleisten. Auf jeder dieser Ebenen konnten bereits evidenzbasierte Strategien und Empfehlungen identifiziert werden. Sekundärpräventive Ansätze, die nach hoch belastenden Einsätzen indiziert sind, werden zwar häufig als hilfreich beschrieben, es besteht jedoch keine ausreichende Evidenz für ihre Wirksamkeit zur Verhinderung psychischer Folgestörungen. Tertiärpräventive bzw. kurative professionelle Maßnahmen zur Verhinderung der Chronifizierung von Traumafolgestörungen zeigen sich demgegenüber vielversprechend. Empfehlenswert sind auch präventionsebenenübergreifende, resilienzfördernde Ansätze wie die Stärkung sozialer Unterstützung, Gruppenkohäsion, angemessene Psychoedukation sowie Belastungsmonitoring und -screening. Die Förderung von Resilienz im Rettungsdienst lohnt sich nicht nur aus humanistischer, sondern auch aus juristischer und ökonomischer Sicht. Dennoch besteht dringender Forschungsbedarf, um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der genannten und weiterer Interventionsmaßnahmen besser zu evaluieren.
Mitarbeitende im Rettungsdienst sind häufig psychischen Belastungen und Erkrankungen ausgesetzt, die sowohl durch anhaltende, kumulative Exposition gegenüber aversiven Ereignissen im Alltag als auch durch punktuelle hoch belastende Einsätze verursacht werden. Primärpräventive Maßnahmen zielen auf die Reduktion der kumulativen Belastungen sowie auf die Stärkung der Resilienz ab und sollten idealerweise auf mehreren Ebenen (bezogen auf Individuum, Team, Organisation und Gesellschaft) ansetzen, um eine ganzheitliche Förderung zu gewährleisten. Auf jeder dieser Ebenen konnten bereits evidenzbasierte Strategien und Empfehlungen identifiziert werden. Sekundärpräventive Ansätze, die nach hoch belastenden Einsätzen indiziert sind, werden zwar häufig als hilfreich beschrieben, es besteht jedoch keine ausreichende Evidenz für ihre Wirksamkeit zur Verhinderung psychischer Folgestörungen. Tertiärpräventive bzw. kurative professionelle Maßnahmen zur Verhinderung der Chronifizierung von Traumafolgestörungen zeigen sich demgegenüber vielversprechend. Empfehlenswert sind auch präventionsebenenübergreifende, resilienzfördernde Ansätze wie die Stärkung sozialer Unterstützung, Gruppenkohäsion, angemessene Psychoedukation sowie Belastungsmonitoring und -screening. Die Förderung von Resilienz im Rettungsdienst lohnt sich nicht nur aus humanistischer, sondern auch aus juristischer und ökonomischer Sicht. Dennoch besteht dringender Forschungsbedarf, um die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der genannten und weiterer Interventionsmaßnahmen besser zu evaluieren.
Stichworte
Intervention;
Emergency medical services;
Psychosocial care;
Resilience;
Emergency medical services;
Psychosocial care;
Resilience;
Intervention
Erscheinungsjahr
2026
Zeitschriftentitel
Notfall und Rettungsmedizin
ISSN
1434-6222
eISSN
1436-0578
Page URI
https://pub.uni-bielefeld.de/record/3016643
Zitieren
Jann P, Theiler H, Posingies C, Karutz H. Resilienz in der Präklinik – Maßnahmen zur psychosozialen Stärkung des Rettungsdiensts. Notfall und Rettungsmedizin. 2026.
Jann, P., Theiler, H., Posingies, C., & Karutz, H. (2026). Resilienz in der Präklinik – Maßnahmen zur psychosozialen Stärkung des Rettungsdiensts. Notfall und Rettungsmedizin. https://doi.org/10.1007/s10049-026-01713-w
Jann, Philipp, Theiler, Hannah, Posingies, Corinna, and Karutz, Harald. 2026. “Resilienz in der Präklinik – Maßnahmen zur psychosozialen Stärkung des Rettungsdiensts”. Notfall und Rettungsmedizin.
Jann, P., Theiler, H., Posingies, C., and Karutz, H. (2026). Resilienz in der Präklinik – Maßnahmen zur psychosozialen Stärkung des Rettungsdiensts. Notfall und Rettungsmedizin.
Jann, P., et al., 2026. Resilienz in der Präklinik – Maßnahmen zur psychosozialen Stärkung des Rettungsdiensts. Notfall und Rettungsmedizin.
P. Jann, et al., “Resilienz in der Präklinik – Maßnahmen zur psychosozialen Stärkung des Rettungsdiensts”, Notfall und Rettungsmedizin, 2026.
Jann, P., Theiler, H., Posingies, C., Karutz, H.: Resilienz in der Präklinik – Maßnahmen zur psychosozialen Stärkung des Rettungsdiensts. Notfall und Rettungsmedizin. (2026).
Jann, Philipp, Theiler, Hannah, Posingies, Corinna, and Karutz, Harald. “Resilienz in der Präklinik – Maßnahmen zur psychosozialen Stärkung des Rettungsdiensts”. Notfall und Rettungsmedizin (2026).
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