Erprobung eines alltagsnahen Testverfahrens zur Identifikation kognitiver Kommunikationsstörungen – das FAVRES-DE
Quinting J, Krebber M, MacDonald S, de Beer C, Hogrefe K, Hußmann K, Jonas K, Rubi-Fessen I, Rosenkranz A, Stenneken P, Jonas K (2020)
Zeitschrift für Neuropsychologie 31(3): 183.
Zusammenfassung: Bei kognitiven Kommunikationsstörungen (CCDs) treten primär Auffälligkeiten in der sozialen Kommunikation sowie in der Text- und Diskursverarbeitung auf. Zudem werden Schwierigkeiten bei der Verarbeitung figurativer Sprache sowie distinktiver semantischer Merkmale berichtet. Die Verarbeitung dieser semantischen Phänomene erfordert komplexe sprachlich-kognitive Prozesse, für deren Untersuchung bislang kein reliables deutschsprachiges Diagnostikinstrument vorliegt. Ziel unseres Projekts ist daher die Entwicklung eines Tests zur Erfassung komplexer semantischer Verarbeitungsleistungen bei Personen mit CCDs. Im Folgenden werden die bisher erfolgten Entwicklungsschritte des KomplexSem-Tests dargestellt, der derzeit in einer Test-Betaversion vorliegt. Insgesamt wurden drei Pilotstudien zur empirischen Erprobung der vorläufigen Untertests (Semantisches Auswählen, Divergente Semantik, Definitionen, Figurative Sprache) durchgeführt. Perspektivisch soll der KomplexSem-Test evaluiert und standardnormiert werden.
Schlüsselwörter: kognitive Kommunikationsstörungen, komplexe semantische Verarbeitung, Semantik, Diagnostik, Kognition