Akademisiertes Pflegefachpersonal aus Drittstaaten: Professionelles Selbstverständnis vs. berufliche Realität in Deutschland? Eine qualitative Studie am Beispiel migrierter philippinischer Pflegefachpersonen

Zwergel M, Schmidt PF, Hämel K (2024)
Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen 187: 88-94.

Zeitschriftenaufsatz | Veröffentlicht | Deutsch
 
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Alternativer Titel
Academically educated nurses from third countries: Professional self-concept versus working life in Germany. A qualitative study using the example of migrant nurses from the Philippines
Abstract / Bemerkung
Hintergrund: Internationale Anwerbung von Pflegefachpersonal gewinnt im Zuge der Fachkräfteentwicklung in Deutschland an Bedeutung. Unterschiede in pflegerischer Qualifikation und Praxis zwischen Herkunfts- und Zielland können das berufliche Selbstkonzept irritieren und die berufliche Integration erschweren. Zielsetzung: Ziel der Studie war es, die Entwicklung professioneller Handlungsspielräume für die Entfaltung des beruflichen Selbstkonzepts akademisch qualifizierter migrierter Pflegefachpersonen im Gesundheitswesen in Deutschland zu untersuchen. Methode: Es wurden acht Leitfadeninterviews in Anlehnung an das episodische Interview mit philippinischen Pflegefachpersonen via Zoom durchgeführt und thematisch kodierend ausgewertet. Ergebnisse: Zwei Einflussdimensionen auf professionelle Handlungsspielräume wurden identifiziert: wahrgenommene Systemzwänge im Transitionsprozess und Perspektiven auf die berufliche Entwicklung. Der Anwerbe- und Anerkennungsprozess ist mit hohen finanziellen und zeitlichen Unsicherheiten sowie beruflichen Abwertungserfahrungen verbunden. Der Berufsalltag in Deutschland ist von Kompetenzverlust und Fremdheitserfahrungen geprägt. Für die Wiedererlangung professioneller Handlungsspielräume werden Strategien der Weiterbildung und Fokussierung auf technikintensivere Pflegebereiche verfolgt; nur wenige können sich mit den Gegebenheiten von Pflege in Deutschland arrangieren und ihr berufliches Selbstkonzept adaptieren. Diskussion: Die Studienergebnisse verweisen darauf, dass sowohl dem Kompetenzprofil als auch dem beruflichen Selbstkonzept international akademisch qualifizierter Pflegefachpersonen mehr Rechnung zu tragen ist, wenn migrierten Pflegefachpersonen eine für sie vielversprechende berufliche Zukunft in Deutschland eröffnet werden soll. Dies erweist sich insbesondere in der Langzeitpflege als strukturelle Schwierigkeit. Schlussfolgerung: Zur Gestaltung eines attraktiven Standortes Deutschland für international akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen empfehlen sich die Ratifizierung internationaler Standards, eine transparente und unabhängige Informationsvermittlung, die Nutzung bestehender pflegefachlicher Kompetenzen sowie die Etablierung von Aufstiegsmöglichkeiten.

Background: The recruitment of internationally educated nurses is gaining relevance in Germany in response to the growing shortage of nurses. Differences in nursing qualifications and practices between the country of origin and of destination can irritate the professional self-concept and hinder professional integration. Purpose: The study objective was to examine the development of the professional scope of action to unfold the professional self-concept of academically qualified nurses in Germany. Methods: In accordance with the episodic interview, eight guided interviews were conducted with Filipino nurses who had migrated to Germany. Data was analyzed by thematic coding. Results: The analysis shows two dimensions that impact the professional scope of action: perceived sys- temic constraints in the transition process and perspectives on professional development. The recruit- ment and recognition process is associated with high financial and time-related uncertainties and professional devaluation experiences. Migrant nurses experience both a loss of competence and a sense of foreignness in their nursing role in Germany. In order to regain professional scope of action, strategies of continuing education and focusing on more technology-intensive nursing care areas are pursued; only a minority can adapt their self-concept to the circumstances of nursing practice in Germany. Discussion: The study results demonstrate the importance of paying attention to both the competence profile and the professional self-concept of academically educated nurses in order to offer migrant nurses professional career prospects in Germany. Especially in long-term care, this has proved to be a structural problem. Conclusion: To provide an attractive destination for international academically qualified nursing profes- sionals in Germany, the ratification of international standards, the provision of transparent and independent information, utilization of existing nursing expertise as well as the establishment of career opportunities are recommended.
Stichworte
Nurse migration; Internationally educated nurses; Workforce integration; Long-term care; Hospital care
Erscheinungsjahr
2024
Zeitschriftentitel
Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen
Band
187
Seite(n)
88-94
ISSN
1865-9217
Finanzierungs-Informationen
Open-Access-Publikationskosten wurden durch die Universität Bielefeld gefördert.
Page URI
https://pub.uni-bielefeld.de/record/2989981

Zitieren

Zwergel M, Schmidt PF, Hämel K. Akademisiertes Pflegefachpersonal aus Drittstaaten: Professionelles Selbstverständnis vs. berufliche Realität in Deutschland? Eine qualitative Studie am Beispiel migrierter philippinischer Pflegefachpersonen. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen. 2024;187:88-94.
Zwergel, M., Schmidt, P. F., & Hämel, K. (2024). Akademisiertes Pflegefachpersonal aus Drittstaaten: Professionelles Selbstverständnis vs. berufliche Realität in Deutschland? Eine qualitative Studie am Beispiel migrierter philippinischer Pflegefachpersonen. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen, 187, 88-94. https://doi.org/10.1016/j.zefq.2024.04.005
Zwergel, Maike, Schmidt, Phillip Florian, and Hämel, Kerstin. 2024. “Akademisiertes Pflegefachpersonal aus Drittstaaten: Professionelles Selbstverständnis vs. berufliche Realität in Deutschland? Eine qualitative Studie am Beispiel migrierter philippinischer Pflegefachpersonen”. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen 187: 88-94.
Zwergel, M., Schmidt, P. F., and Hämel, K. (2024). Akademisiertes Pflegefachpersonal aus Drittstaaten: Professionelles Selbstverständnis vs. berufliche Realität in Deutschland? Eine qualitative Studie am Beispiel migrierter philippinischer Pflegefachpersonen. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen 187, 88-94.
Zwergel, M., Schmidt, P.F., & Hämel, K., 2024. Akademisiertes Pflegefachpersonal aus Drittstaaten: Professionelles Selbstverständnis vs. berufliche Realität in Deutschland? Eine qualitative Studie am Beispiel migrierter philippinischer Pflegefachpersonen. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen, 187, p 88-94.
M. Zwergel, P.F. Schmidt, and K. Hämel, “Akademisiertes Pflegefachpersonal aus Drittstaaten: Professionelles Selbstverständnis vs. berufliche Realität in Deutschland? Eine qualitative Studie am Beispiel migrierter philippinischer Pflegefachpersonen”, Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen, vol. 187, 2024, pp. 88-94.
Zwergel, M., Schmidt, P.F., Hämel, K.: Akademisiertes Pflegefachpersonal aus Drittstaaten: Professionelles Selbstverständnis vs. berufliche Realität in Deutschland? Eine qualitative Studie am Beispiel migrierter philippinischer Pflegefachpersonen. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen. 187, 88-94 (2024).
Zwergel, Maike, Schmidt, Phillip Florian, and Hämel, Kerstin. “Akademisiertes Pflegefachpersonal aus Drittstaaten: Professionelles Selbstverständnis vs. berufliche Realität in Deutschland? Eine qualitative Studie am Beispiel migrierter philippinischer Pflegefachpersonen”. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen 187 (2024): 88-94.
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