Institutionelle Anomie im regionalen Kontext – Politische Konsequenzen einer Ökonomisierung gesellschaftlicher Institutionen und kultureller Werte

Nickel A (2022)
Presented at the 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bielefeld.

Konferenzbeitrag | Deutsch
 
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Abstract / Bemerkung
Räumlichen Kontextfaktoren kommt bei der Untersuchung individuellen Wahlverhaltens und politischen Einstellungen vermehrt Bedeutung zu. Speziell die Wahlerfolge populistischer Parteien, wie der AfD oder jüngst des Front National, die geografisch deutlich asymmetrisch verteilt sind, lenken den Blick bei der Erklärung politischer Polarisierungsphänomene auf spezifische regionale Dynamiken.
Häufig werden hierbei einzelne strukturelle oder sozialdemographische Merkmale, wie hohe Arbeitslosigkeit, Überalterung oder Fortzug als kontextuelle Erklärungsfaktoren genannt. Diese Perspektive möchte der vorliegende Beitrag erweitern, indem speziell die Funktionsfähigkeit gesellschaftlicher Institutionen, als wichtige Dimension regionaler Ungleichheiten, betrachtet wird.

Anknüpfend an die Institutionelle Anomietheorie, wird angenommen, dass Ökonomisierungsprozesse, die sich in Deutschland wie in allen westlichen Gegenwartsgesellschaften seit den neunziger Jahren beobachten lassen, dazu führen, dass ökonomische Prinzipien sukzessive in alle gesellschaftlichen Teilsysteme, wie der Bildung, der Politik, aber auch in genuin soziale Bereiche wie der Familie, eindringen.
Institutionelle Anomie, d.h. die Dominanz der Ökonomie über nichtökonomische Institutionen, hat zur Folge, dass Institutionen in ihrer Funktion, die Gesellschaftsmitglieder an sich zu binden, geschwächt sind und sich so demokratiegefährdende Einstellungen entfalten können und ein Vertrauensverlust in Institutionen manifestieren kann.

Der Beitrag untersucht, inwieweit die Ökonomisierung und Schwächung gesellschaftlicher Basisinstitutionen, wie Bildung, Politik, und Familie mit einem generalisierten Vertrauensverlust in Institutionen und Personen einhergeht und in welchem Zusammenhang dies mit populistischen Wahlentscheidungen steht.
Hierzu werden umfangreiche Regionalindikatoren zur Messung der Funktionsfähigkeit gesellschaftlicher Institutionen aus unterschiedlichen Datenquellen zusammengetragen und mit Individualdaten des deutschen Sozio-ökonomischen Panels verknüpft.
Anhand von Mehrebenenmodellen werden die Interdependenzen institutioneller Kontextfaktoren und individueller Wahlentscheidungen sowohl auf der Mikro- als auch auf regionaler Kreisebene empirisch untersucht.
Stichworte
Regionale Ungleichheiten; Ökonomisierung; Institutionelle Anomie
Erscheinungsjahr
2022
Konferenz
41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
Konferenzort
Bielefeld
Konferenzdatum
2022-09-26 – 2022-09-30
Page URI
https://pub.uni-bielefeld.de/record/2980561

Zitieren

Nickel A. Institutionelle Anomie im regionalen Kontext – Politische Konsequenzen einer Ökonomisierung gesellschaftlicher Institutionen und kultureller Werte. Presented at the 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bielefeld.
Nickel, A. (2022). Institutionelle Anomie im regionalen Kontext – Politische Konsequenzen einer Ökonomisierung gesellschaftlicher Institutionen und kultureller Werte. Presented at the 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bielefeld.
Nickel, Amelie. 2022. “Institutionelle Anomie im regionalen Kontext – Politische Konsequenzen einer Ökonomisierung gesellschaftlicher Institutionen und kultureller Werte”. Presented at the 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bielefeld .
Nickel, A. (2022).“Institutionelle Anomie im regionalen Kontext – Politische Konsequenzen einer Ökonomisierung gesellschaftlicher Institutionen und kultureller Werte”. Presented at the 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bielefeld.
Nickel, A., 2022. Institutionelle Anomie im regionalen Kontext – Politische Konsequenzen einer Ökonomisierung gesellschaftlicher Institutionen und kultureller Werte. Presented at the 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bielefeld.
A. Nickel, “Institutionelle Anomie im regionalen Kontext – Politische Konsequenzen einer Ökonomisierung gesellschaftlicher Institutionen und kultureller Werte”, Presented at the 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bielefeld, 2022.
Nickel, A.: Institutionelle Anomie im regionalen Kontext – Politische Konsequenzen einer Ökonomisierung gesellschaftlicher Institutionen und kultureller Werte. Presented at the 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bielefeld (2022).
Nickel, Amelie. “Institutionelle Anomie im regionalen Kontext – Politische Konsequenzen einer Ökonomisierung gesellschaftlicher Institutionen und kultureller Werte”. Presented at the 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Bielefeld, 2022.
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