Prävalenz psychischer Störungen, Psychopathologie und Behandlungsbedarf bei weiblichen und männlichen Gefangenen

von Schönfeld C-E, Schneider F, Schröder T, Widmann B, Botthof U, Driessen M (2006)
Der Nervenarzt 77(7): 830-841.

Zeitschriftenaufsatz | Veröffentlicht | Deutsch
 
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Autor*in
von Schönfeld, C.-E.; Schneider, F.; Schröder, T.; Widmann, B.; Botthof, U.; Driessen, MartinUniBi
Abstract / Bemerkung
Hintergrund Während die internationale Literatur eine hohe Prävalenz psychischer Störungen bei Inhaftierten zeigt, liegen bisher kaum deutsche Studien vor. Besonders gering ist das Wissen um die Situation im geschlossenen Justizvollzug und bei weiblichen Gefangenen. Ziel der vorliegenden Studie war daher die Untersuchung psychischer Störungen der DSM-IV-Achsen I und II, der aktuellen Psychopathologie und die Abschätzung des Behandlungsbedarfs bei Frauen und Männern im geschlossenen Vollzug. Stichprobe und Methoden Zum Stichtag 01.05.2002 wurden alle weiblichen Häftlinge der JVA Bielefeld Brackwede I eingeschlossen und eine Stichprobe von nach Alter, Nationalität und Haftdauer parallelisierten männlichen Gefangenen gebildet. 63 Frauen und 76 Männer konnten zu juristisch und haftrelevanten Merkmalen, zur Psychopathologie sowie zu psychischen Störungen und Persönlichkeitsstörungen untersucht werden. Ergebnisse 88,2% der Untersuchten beider Geschlechter wiesen mindestens eine aktuelle Achse-I- (83,5%) und/oder Achse-II-Störung (53,2%) auf. Die Komorbidität war mit 3,5±2,7 Diagnosen pro Fall hoch, die mittleren SCL-Werte zeigten eine hohe psychopathologische Belastung an. Bei den weiblichen Gefangenen waren opiatbezogene und polyvalente Substanzstörungen, affektive und posttraumatische Belastungsstörungen häufiger als bei den Männern, die dagegen häufiger alkoholbezogene Störungen aufwiesen. Ein fachspezifischer Behandlungsbedarf bestand bei 83,4% der Untersuchten. Schlussfolgerung Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Zahl psychisch gestörter Straftäter absolut sehr viel höher ist, als die Zahl der im Maßregelvollzug untergebrachten Patienten. Es besteht insofern ein hoher Behandlungsbedarf, der derzeit nicht ausreichend erfüllt wird.
Erscheinungsjahr
2006
Zeitschriftentitel
Der Nervenarzt
Band
77
Ausgabe
7
Seite(n)
830-841
ISSN
0028-2804
eISSN
1433-0407
Page URI
https://pub.uni-bielefeld.de/record/2963407

Zitieren

von Schönfeld C-E, Schneider F, Schröder T, Widmann B, Botthof U, Driessen M. Prävalenz psychischer Störungen, Psychopathologie und Behandlungsbedarf bei weiblichen und männlichen Gefangenen. Der Nervenarzt. 2006;77(7):830-841.
von Schönfeld, C. - E., Schneider, F., Schröder, T., Widmann, B., Botthof, U., & Driessen, M. (2006). Prävalenz psychischer Störungen, Psychopathologie und Behandlungsbedarf bei weiblichen und männlichen Gefangenen. Der Nervenarzt, 77(7), 830-841. https://doi.org/10.1007/s00115-005-1946-1
von Schönfeld, C. - E., Schneider, F., Schröder, T., Widmann, B., Botthof, U., and Driessen, M. (2006). Prävalenz psychischer Störungen, Psychopathologie und Behandlungsbedarf bei weiblichen und männlichen Gefangenen. Der Nervenarzt 77, 830-841.
von Schönfeld, C.-E., et al., 2006. Prävalenz psychischer Störungen, Psychopathologie und Behandlungsbedarf bei weiblichen und männlichen Gefangenen. Der Nervenarzt, 77(7), p 830-841.
C.-E. von Schönfeld, et al., “Prävalenz psychischer Störungen, Psychopathologie und Behandlungsbedarf bei weiblichen und männlichen Gefangenen”, Der Nervenarzt, vol. 77, 2006, pp. 830-841.
von Schönfeld, C.-E., Schneider, F., Schröder, T., Widmann, B., Botthof, U., Driessen, M.: Prävalenz psychischer Störungen, Psychopathologie und Behandlungsbedarf bei weiblichen und männlichen Gefangenen. Der Nervenarzt. 77, 830-841 (2006).
von Schönfeld, C.-E., Schneider, F., Schröder, T., Widmann, B., Botthof, U., and Driessen, Martin. “Prävalenz psychischer Störungen, Psychopathologie und Behandlungsbedarf bei weiblichen und männlichen Gefangenen”. Der Nervenarzt 77.7 (2006): 830-841.

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Wittchen, Bundesgesundheitsblatt 44(), 2001

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