Wie viele Patienten mit Epilepsie gibt es in Deutschland, und wer behandelt sie?

Pfaefflin M, Stefan H, May T (2020)
ZEITSCHRIFT FUR EPILEPTOLOGIE.

Zeitschriftenaufsatz | Veröffentlicht | Deutsch
 
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Autor*in
Pfaefflin, Margarete; Stefan, Hermann; May, TheodorUniBi
Alternativer Titel
Prevalence and treatment of patients with epilepsy in Germany Comparison of the EPIDEG studies from 1995 and 2010
Abstract / Bemerkung
Zusammenfassung Hintergrund Epidemiologische Studien zur Epilepsie sind in Deutschland immer noch rar. Die erste EPIDEG-Studie (EPIDemiology of Epilepsies in Germany) wurde 1995 durchgeführt, um die Prävalenz behandelter Patienten mit Epilepsie zu schätzen und ihre Versorgungssituation zu erfassen. Ziel der Arbeit Die EPIDEG-Studie wurde 2010 wiederholt, um zu untersuchen, ob sich die Prävalenz der Epilepsien und die Versorgungssituation geändert haben. Methoden Basierend auf einer Zufallsauswahl, erhielten 3991 Ärzte verschiedener Fachrichtungen einen kurzen Erhebungsbogen, mit dem die Anzahl der behandelten Patienten mit Epilepsie, überwiesenen Patienten, Patienten mit Anfällen und Patienten mit neu diagnostizierter Epilepsie im letzten Jahr erfasst wurden. Die Responderrate betrug 31,3 %. Die statistische Auswertung erfolgte mit explorativ-deskriptiven Verfahren. Ergebnisse Die geschätzte Prävalenz behandelter Epilepsien war im Jahr 2010 mit 5,5 pro 1000 höher als 1995 mit 4,7 pro 1000. Jedoch war 2010 der Anteil von anfallsfreien (>1 Jahr) Patienten bei Neurologen (70,3 % vs. 60,1 %) und Hausärzten (71,4 % vs. 57,6 %) deutlich höher als 1995, während dieser bei Kinderärzten (62,1 % vs. 62,3 %) unverändert blieb. Die geschätzte Anzahl der Patienten, die an Neurologen überwiesen oder von diesen behandelt werden, ist von 193.000 auf 266.000 angestiegen. Inzwischen wird auch eine große Anzahl von Kindern mit Epilepsie von Neuropädiatern (mit)behandelt. Die Anzahl von Epilepsiepatienten pro Neurologe ist in den neuen Bundesländern weiterhin höher als in den alten Bundesländern, was die geringere Arztdichte von Neurologen in den neuen Bundesländern widerspiegelt. Entsprechendes gilt für Neuropädiater. Schlussfolgerungen Die Anzahl der Epilepsiepatienten in Deutschland ist gestiegen, wozu vermutlich die älter werdende Bevölkerung beigetragen hat. Die gleichzeitige Zunahme anfallsfreier Patienten weist auf eine verbesserte Behandlung und Versorgung hin.

Background Epidemiological studies on epilepsy are still rare in Germany. In 1995, the first EPIDEG study (EPIDemiology of Epilepsies in Germany) was carried out in order to estimate the prevalence of treated patients with epilepsy and to assess the situation with respect to care. Objective In 2010, the EPIDEG study was repeated to investigate whether the prevalence of epilepsy and the care situation had changed. Methods Based on a randomly selected sample, 3991 doctors of various disciplines received a short questionnaire that assessed the number of treated patients with epilepsy, referred patients, patients with seizures and newly diagnosed epilepsy in the previous year. The responder rate was 31.3%. Explorative and descriptive methods were used for statistical analyses. Results In 2010, the estimated prevalence of treated patients with epilepsy was 5.5 per 1000, which was higher than in 1995 with 4.7 per 1000; however, the rate of seizure-free (>1 year) patients referred to or treated by neurologists (70.3% vs. 60.1%) or by general practitioners (71.3% vs. 60.1%) was markedly higher than in 1995, in contrast to an unchanged rate in patients treated by pediatricians (62.1% vs. 62.3%). The estimated number of patients referred to or treated by neurologists increased significantly from 193,000 to 266,000, and meanwhile a large number of children with epilepsy are treated by pediatric neurologists. In East Germany (former German Democratic Republic), the number of epilepsy patients per neurologist was still higher than in West Gemany reflecting a lower density of neurologists in East Germany. The same applies to pediatric neurologists. Conclusion The number of epilepsy patients in Germany has increased, whereby an aging population has probably contributed to this trend. The simultaneously increased rate of seizure-free patients indicates an improvement in treatment and care.
Stichworte
Prevalence; Seizure; Children; Adult; Healthcare
Erscheinungsjahr
2020
Zeitschriftentitel
ZEITSCHRIFT FUR EPILEPTOLOGIE
ISSN
1617-6782
eISSN
1610-0646
Page URI
https://pub.uni-bielefeld.de/record/2943801

Zitieren

Pfaefflin M, Stefan H, May T. Wie viele Patienten mit Epilepsie gibt es in Deutschland, und wer behandelt sie? ZEITSCHRIFT FUR EPILEPTOLOGIE. 2020.
Pfaefflin, M., Stefan, H., & May, T. (2020). Wie viele Patienten mit Epilepsie gibt es in Deutschland, und wer behandelt sie? ZEITSCHRIFT FUR EPILEPTOLOGIE. doi:10.1007/s10309-020-00334-8
Pfaefflin, M., Stefan, H., and May, T. (2020). Wie viele Patienten mit Epilepsie gibt es in Deutschland, und wer behandelt sie? ZEITSCHRIFT FUR EPILEPTOLOGIE.
Pfaefflin, M., Stefan, H., & May, T., 2020. Wie viele Patienten mit Epilepsie gibt es in Deutschland, und wer behandelt sie? ZEITSCHRIFT FUR EPILEPTOLOGIE.
M. Pfaefflin, H. Stefan, and T. May, “Wie viele Patienten mit Epilepsie gibt es in Deutschland, und wer behandelt sie?”, ZEITSCHRIFT FUR EPILEPTOLOGIE, 2020.
Pfaefflin, M., Stefan, H., May, T.: Wie viele Patienten mit Epilepsie gibt es in Deutschland, und wer behandelt sie? ZEITSCHRIFT FUR EPILEPTOLOGIE. (2020).
Pfaefflin, Margarete, Stefan, Hermann, and May, Theodor. “Wie viele Patienten mit Epilepsie gibt es in Deutschland, und wer behandelt sie?”. ZEITSCHRIFT FUR EPILEPTOLOGIE (2020).