Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen

Ernst M (2019)
Bielefeld: Universität Bielefeld.

Bielefelder E-Dissertation | Deutsch
 
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Autor/in
Abstract / Bemerkung
**Background:** People with dementia in an advanced state are mostly looked after by relatives or other caregivers usually in resilient informal home settings. In the course of time patients concerned are transferred increasingly to nursing homes. There are only a few informations about the reasons and triggers for those patients to move into formal settings. Furthermore there is little evidence for whether changing into a formal setting is always necessary or if there were alternatives.

**Objectives:** Transitions of care- needing people with dementia from home settings to nursing homes were investigated. The aim was to gain knowledge about the special needs of this group of patients and about the reasons for their transfer.

**Methods:** 17 guided interviews were performed with relatives who had accompanied patients into formal nursing home settings. Data analysis was achieved by qualitative content analysis following Mayring (2010)

**Results:** These transitions can be divided into three phases: entry - orientation and finally the phase of growing routine. During transitions all persons involved undergo complex change processes and they experience a biographical break. The investigated transitions lead to a stabilization of the social environment of inhabitants and caregivers. Two different developments are responsible for transitions: The smaller group consists of unplanned transitions, following a one time critical, health concerned event, preventing the existing setting to be continued. The second, by far the larger group, changes into fulltime care due to an increase of different problems: in these cases, transition usually runs according to plan after a longish period of decision - making. Existing offers for advice or support are either not known, not called for or ineffective.

**Conclusion:** The present results point to a special need for help and complementary assistance, concerning, amongst other things, cooperation and integration of helpers during fulltime care. Added to that, counseling and guiding of people with dementia and their next of kin turns out to be necessary, too. Considering these aspects informal care settings may be stabilized and transitions into nursing home care can be influenced favourably.

**Hintergrund:** Die Gruppe der pflegebedürftigen Menschen mit Demenz (MmD) in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium wird überwiegend von Angehörigen oder Bezugspersonen in stabilen ambulanten (informellen Settings) versorgt. Ein zunehmender Teil der Betroffenen wechselt im weiteren Verlauf der Erkrankung in eine stationäre Versorgung. Über die Ursachen und auslösenden Faktoren, warum die Betroffenen in ein formelles Setting überwechseln, sind nur wenige Informationen bekannt. Weiterhin sind keine gesicherten Erkenntnisse vorhanden, ob ein Übergang in ein stationäres Setting in allen Fällen notwendig ist oder ob es ggf. Alternativen dazu gibt.

**Zielsetzung:** Die Untersuchung von Übergängen pflegebedürftiger MmD in stationäre Einrichtungen und die Generierung eines Erkenntnisgewinns zu den speziellen Bedarfen dieser Nutzergruppe und den Ursachen für diese Übergänge.<

**Methode:** Es wurden 17 leitfadengestützte Interviews mit pflegenden Angehörigen erhoben, die eine Transition in eine stationäre Einrichtung begleitet hatten. Die Auswertung dieser Daten erfolgte mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2010).

**Ergebnisse:** Diese Transitionen lassen sich in drei Phasen, eine Eintritts-, eine Orientierungs- und eine abschließende Routinisierungsphase einteilen. Innerhalb der Übergänge kommt es zu einem komplexen Veränderungsprozess und einer biografischen Zäsur für alle Beteiligten. Die untersuchten Übergänge führten zu einer Stabilisierung des sozialen Umfelds der Bewohner und der Pflegepersonen. Sie werden durch zwei ursächliche Entwicklungen ausgelöst. Die kleinere Gruppe sind ungeplante Übergänge nach einem isolierten kritischen gesundheitsbezogenen Ereignis, welches im Ergebnis verhindert, dass die bestehende Versorgungssituation fortgesetzt werden kann. Die zweite und deutlich größere Gruppe begibt sich aufgrund einer Aufschichtung von verschiedenen Problemlagen in die stationäre Versorgung; hier läuft der Übergang in der Regel nach einer längeren Entscheidungsphase geplant ab. Bestehende Beratungs- und Unterstützungsangebote sind nicht bekannt, werden nicht abgerufen oder sind nicht wirksam.

**Schlussfolgerungen:** Die vorliegenden Ergebnisse weisen auf einen speziellen Unterstützungs- und abgestimmten Beratungsbedarf hin, die u.a. eine Mitwirkung und Einbindung der pflegenden Bezugspersonen in die stationäre Versorgung und eine auf Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zugehende Beratung erfordern. Mit der Berücksichtigung dieser Punkte können bestehende informelle Versorgungssettings stabilisiert und stationäre Übergänge positiv beeinflusst werden.
Jahr
2019
Page URI
https://pub.uni-bielefeld.de/record/2936854

Zitieren

Ernst M. Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen. Bielefeld: Universität Bielefeld; 2019.
Ernst, M. (2019). Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen. Bielefeld: Universität Bielefeld. doi:10.4119/unibi/2936854
Ernst, M. (2019). Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen. Bielefeld: Universität Bielefeld.
Ernst, M., 2019. Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen, Bielefeld: Universität Bielefeld.
M. Ernst, Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen, Bielefeld: Universität Bielefeld, 2019.
Ernst, M.: Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen. Universität Bielefeld, Bielefeld (2019).
Ernst, Matthias. Übergänge von pflegebedürftigen Menschen mit Demenz in vollstationäre Pflegeeinrichtungen. Bielefeld: Universität Bielefeld, 2019.
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