Konversationsanalyse

Ayaß R (2008)
In: Handbuch Medienpädagogik. Sander U, von Gross F, Hugger K-U (Eds); Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften: 346-350.

Sammelwerksbeitrag | Veröffentlicht | Deutsch
 
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Herausgeber*in
Sander, Uwe; von Gross, Friederike; Hugger, Kai-Uwe
Abstract / Bemerkung
Die ethnomethodologische Konversationsanalyse entstand in den USA in den 1960er Jahren. Harvey Sacks (1935–1975) legte mit seinen „Lectures on Conversation“ (posthum 1992) den Grundstein. Sacks untersuchte Regeln und Mechanismen alltäglicher Gespräche anhand von Tonbandaufzeichnungen natürlicher Interaktionssituationen. Von der linguistischen Gesprächsanalyse unterscheidet sich die Konversationsanalyse durch ihren ethnomethodologischen Hintergrund. Der Begründer der Ethnomethodologie, Harold Garfinkel, zeigte in den „Studies in Ethnomethodology“ (1967), dass soziale Wirklichkeit nicht einfach etwas statisch Gegebenes ist, das uns umgibt und unser Handeln strukturiert und determiniert. Soziale Wirklichkeit wird vielmehr in einem fortwährenden Herstellungsprozess von den Interagierenden selbst erzeugt. Garfinkel bezeichnet dies als ‚ongoing accomplishment‘. Diese ‚Vollzugswirklichkeit‘ (Bergmann) bedeutet, dass sich Interagierende in sozialen Interaktionen nicht einfach an einer vorgegebenen sozialen Ordnung orientieren, sondern eben diese soziale Ordnung als geordnete Struktur erzeugen (welche wiederum reflexiv auf die Situation wirkt). Ethnomethodologie untersucht die alltäglichen Methoden dieser Wirklichkeitserzeugung (eben die Ethno-Methoden). Daher ist der Begriff des ‚doing‘ zentral — zum Beispiel im ‚doing gender‘. Garfinkel hatte schon 1967 anhand einer Fallstudie einer Transsexuellen aufgezeigt, wie das Geschlecht von ‚Agnes‘ von ihr selbst, aber auch in Interaktionen mit ihrer Umgebung erst hergestellt wird. In der Konversationsanalyse ist entsprechend von ‚doing questioning‘, ‚doing embarrassment‘ etc. die Rede (Churchill 1971: 183). Es wird eben nicht einfach eine Äußerung als eine Frage oder ein Vorwurf katalogisiert, sondern aufgezeigt, was genau diese Äußerung zur Frage resp. zum Vorwurf macht.
Erscheinungsjahr
2008
Buchtitel
Handbuch Medienpädagogik
Seite(n)
346-350
eISBN
978-3-531-91158-8
Page URI
https://pub.uni-bielefeld.de/record/2904959

Zitieren

Ayaß R. Konversationsanalyse. In: Sander U, von Gross F, Hugger K-U, eds. Handbuch Medienpädagogik. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften; 2008: 346-350.
Ayaß, R. (2008). Konversationsanalyse. In U. Sander, F. von Gross, & K. - U. Hugger (Eds.), Handbuch Medienpädagogik (pp. 346-350). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. doi:10.1007/978-3-531-91158-8_51
Ayaß, R. (2008). “Konversationsanalyse” in Handbuch Medienpädagogik, Sander, U., von Gross, F., and Hugger, K. - U. eds. (Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften), 346-350.
Ayaß, R., 2008. Konversationsanalyse. In U. Sander, F. von Gross, & K. - U. Hugger, eds. Handbuch Medienpädagogik. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, pp. 346-350.
R. Ayaß, “Konversationsanalyse”, Handbuch Medienpädagogik, U. Sander, F. von Gross, and K.-U. Hugger, eds., Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008, pp.346-350.
Ayaß, R.: Konversationsanalyse. In: Sander, U., von Gross, F., and Hugger, K.-U. (eds.) Handbuch Medienpädagogik. p. 346-350. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden (2008).
Ayaß, Ruth. “Konversationsanalyse”. Handbuch Medienpädagogik. Ed. Uwe Sander, Friederike von Gross, and Kai-Uwe Hugger. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2008. 346-350.

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