Religionspsychologie und Theologie: theologische Potenziale religionspsychologischer Forschungsmethoden und Befunde

Klein C (2013)
Bielefeld: Bielefeld University.

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Bielefeld Dissertation | German
Supervisor
Abstract
Wissenschaftliches Arbeiten in der Theologie bewegt sich immer zwischen zwei Polen: Die Grundlage bildet die christliche, speziell die biblische Überlieferung. Zugleich soll jedoch auch immer wieder neu aufgezeigt werden, welche Relevanz diese Überlieferung für das Selbstverständnis und die Lebenspraxis heutiger Menschen besitzt. Um gegenwärtiges Selbstverständnis und heutige Lebenspraxis aber überhaupt theologisch reflektieren zu können, ist die Theologie dauerhaft dazu herausgefordert, diese zunächst einmal zu identifizieren und die religiösen und dezidiert christlichen Dimensionen darin wahrzunehmen. Das impliziert jedoch eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Gesellschaft und mit den Menschen, die ihr zugehören. Theologie als Selbstreflexion der christlichen Religion hat sich dabei insbesondere mit heutigen Glaubensphänomenen auseinanderzusetzen, damit, auf welche Weise Menschen heute ihre Religiosität gestalten und leben. Die Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Kontext des heutigen Christentums und mit religiösem Erleben und Verhalten erfordert aber – soll sie nicht auf der Stufe reiner Heuristiken verbleiben – notwendiger Weise eine systematische Erforschung, und das heißt methodologisch: eine empirische Herangehensweise, wobei hier Empirie im engeren Wortsinn als der Methodenkanon der empirisch forschenden Sozial- und Humanwissenschaften ("Erfahrungswissenschaften") zu verstehen ist (vgl. Kapitel 1). Solche Forschung wurde und wird natürlich durchaus schon realisiert, namentlich in Religionssoziologie und Religionspsychologie. Auch wenn beide Disziplinen personell durchaus auch durch Theologen betrieben werden, ist ihr Fokus jedoch zumeist kein primär theologischer, weil letzterem immer die spezifisch christliche Perspektive zu eigen ist. Aus der Einsicht, dass Theologie intentionsgemäß nur möglich ist, wenn sie die Notwendigkeit empirischer Forschung anerkennt und in der Konsequenz eigene empirische Studien realisiert, wurden nach einer fast gänzlich "empiriefreien" Phase im Gefolge der Konzentration auf die "Verkündigung des Wortes Gottes" im Rahmen des dialektisch-theologischen Paradigmas seit den 1970er Jahren wieder vermehrt empirische Bemühungen in der Theologie unternommen. Das ist erfreulich und anerkennenswert; allerdings gestalten sich die empirisch-theologischen Bemühungen insgesamt doch eher sparsam, zumal aus Sicht etablierter empirischer Wissenschaften wie Soziologie und Psychologie die Methodenstandards der empirischen Theologien oft als schwach bis unzureichend bezeichnet werden müssen. Leider wird dadurch häufig die Möglichkeit echter kollegialer Anerkennung durch andere Empiriker von vorneherein erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht. Zielführender wäre es für eine die Empirie ernst nehmende Theologie stattdessen, zunächst einmal viel stärker den Schulterschluss zu den etablierteren empirischen Fächern, die sich mit religiösem Erleben und Verhalten beschäftigen, zu suchen, mithin zu den schon genannten Subdisziplinen der Religionssoziologie und -psychologie, und deren Methodenkenntnisse und diejenigen Befunde, die für die Theologie von eigenem Interesse sind, gründlich aufzunehmen. Aufzuweisen, dass religionspsychologische (und -soziologische) Methoden und Befunde große Potenziale für die Theologie als Ganzes besitzen, ist das Anliegen der Dissertationsschrift. Zu diesem Zweck wird zunächst ein Überblick über die religionspsychologische Forschungslandschaft im deutschsprachigen Raum gegeben (Kapitel 2). Anschließend werden in drei weiteren Kapiteln Beispiele für eine fruchtbare Anwendung religionspsychologischer und -soziologischer Theorien und Methoden auf theologisch interessierende Themenstellungen gegeben. Zunächst wird anhand einer quantitativ-empirischen Studie zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Rechtfertigungsverständnis heutiger Protestanten und Katholiken die Relevanz religionspsychologisch und -soziologisch orientierter Forschung für die Systematische Theologie aufgezeigt (Kapitel 3). Die beiden folgenden Kapitel befassen sich sodann mit den praktisch-theologischen Fachgebieten der Religionspädagogik und der Seelsorge. Die religionspädagogischen Potenziale religionspsychologisch fundierter Forschung demonstriert eine quantitative und qualitative empirische Methoden miteinander verbindende Studie zu Entwicklung und Verbreitung von Todesvorstellungen Jugendlicher und junger Erwachsener (Kapitel 4). Potenziale für die Seelsorge werden sodann auf der Grundlage eines Kapitels exemplifiziert, in dem die breiten empirischen Befunde der internationalen Forschung zum Verhältnis von Religiosität und psychischer Gesundheit gesichtet und systematisch in einem integrativem Wirkmodell zusammengefasst werden (Kapitel 5). Ein kurzes Fazit zum Ertrag, den religionspsychologische Methoden und Befunde für die Theologie zu bieten im Stande sind (Kapitel 6), beschließt die Arbeit.
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Klein C. Religionspsychologie und Theologie: theologische Potenziale religionspsychologischer Forschungsmethoden und Befunde. Bielefeld: Bielefeld University; 2013.
Klein, C. (2013). Religionspsychologie und Theologie: theologische Potenziale religionspsychologischer Forschungsmethoden und Befunde. Bielefeld: Bielefeld University.
Klein, C. (2013). Religionspsychologie und Theologie: theologische Potenziale religionspsychologischer Forschungsmethoden und Befunde. Bielefeld: Bielefeld University.
Klein, C., 2013. Religionspsychologie und Theologie: theologische Potenziale religionspsychologischer Forschungsmethoden und Befunde, Bielefeld: Bielefeld University.
C. Klein, Religionspsychologie und Theologie: theologische Potenziale religionspsychologischer Forschungsmethoden und Befunde, Bielefeld: Bielefeld University, 2013.
Klein, C.: Religionspsychologie und Theologie: theologische Potenziale religionspsychologischer Forschungsmethoden und Befunde. Bielefeld University, Bielefeld (2013).
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