Organisierte Plötzlichkeit. Timing, Territorialität und die Frage, wie aus Ordnungspolizisten Massenmörder werden

Hoebel T (2015)
In: Soziologische Analysen des Holocaust. Gruber A, Kühl S (Eds);Wiesbaden: Springer VS: 129-169.

Book Chapter | Published | German

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Gruber, Alexander ; Kühl, Stefan
Abstract
Am 13. Juli 1942 töten hunderte Polizisten des Reserve-Bataillons 101 auf Anweisung im polnischen Józefów etwa 1.500 jüdische Frauen, Kinder und Männer. Im Vergleich mit acht weiteren Fällen, in denen deutsche Ordnungspolizisten während des Zweiten Weltkriegs massenhaft Zivilisten erschießen, wird gezeigt, dass der Zeitpunkt, zu dem die Schützen von ihren Einsätzen erfahren, zu erklären hilft, wie Ordnungspolizisten zu Massenmördern werden. In Józefów sowie in zwei weiteren Fällen von Massenerschießungen fahren die Polizisten zunächst zu ihrem Einsatzort, ohne über den genauen Auftrag Bescheid zu wissen. Erst hier wird ihnen von ihren Vorgesetzten eröffnet, dass sie in Kürze Menschen erschießen sollen. Die These des Beitrags ist, dass die Polizisten den Weisungen in dieser Situation mehrheitlich Folge leisten, weil aufgrund der Plötzlichkeit der Auftragsbekanntgabe und der gemeinsamen Organisationsmitgliedschaft der Polizisten die legitimen Optionen, sich den geplanten Erschießungen vor Ort zu entziehen, stark eingeschränkt sind (‚organisierte Plötzlichkeit‘). Orientierung, um sich in dieser für die meisten Polizisten ungewohnten und emotional belastenden Situation nach organisationalen Maßstäben angemessen zu verhalten, bietet nahezu nur noch das Einsatzziel selbst.
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Hoebel T. Organisierte Plötzlichkeit. Timing, Territorialität und die Frage, wie aus Ordnungspolizisten Massenmörder werden. In: Gruber A, Kühl S, eds. Soziologische Analysen des Holocaust. Wiesbaden: Springer VS; 2015: 129-169.
Hoebel, T. (2015). Organisierte Plötzlichkeit. Timing, Territorialität und die Frage, wie aus Ordnungspolizisten Massenmörder werden. In A. Gruber & S. Kühl (Eds.), Soziologische Analysen des Holocaust (pp. 129-169). Wiesbaden: Springer VS.
Hoebel, T. (2015). “Organisierte Plötzlichkeit. Timing, Territorialität und die Frage, wie aus Ordnungspolizisten Massenmörder werden” in Soziologische Analysen des Holocaust, ed. A. Gruber and S. Kühl (Wiesbaden: Springer VS), 129-169.
Hoebel, T., 2015. Organisierte Plötzlichkeit. Timing, Territorialität und die Frage, wie aus Ordnungspolizisten Massenmörder werden. In A. Gruber & S. Kühl, eds. Soziologische Analysen des Holocaust. Wiesbaden: Springer VS, pp. 129-169.
T. Hoebel, “Organisierte Plötzlichkeit. Timing, Territorialität und die Frage, wie aus Ordnungspolizisten Massenmörder werden”, Soziologische Analysen des Holocaust, A. Gruber and S. Kühl, eds., Wiesbaden: Springer VS, 2015, pp.129-169.
Hoebel, T.: Organisierte Plötzlichkeit. Timing, Territorialität und die Frage, wie aus Ordnungspolizisten Massenmörder werden. In: Gruber, A. and Kühl, S. (eds.) Soziologische Analysen des Holocaust. p. 129-169. Springer VS, Wiesbaden (2015).
Hoebel, Thomas. “Organisierte Plötzlichkeit. Timing, Territorialität und die Frage, wie aus Ordnungspolizisten Massenmörder werden”. Soziologische Analysen des Holocaust. Ed. Alexander Gruber and Stefan Kühl. Wiesbaden: Springer VS, 2015. 129-169.
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