Die Bedeutung von Schlaf und Schlafstörungen für Lernen und Gedächtnis bei Kindern – ein Überblick

Schlarb A, Milicevic V, Schwerdtle B, Nuerk H-C (2012)
Lernen und Lernstörungen 1(4): 255-280.

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Abstract / Bemerkung
Schlafstörungen im Kindesalter sind weit verbreitet. Häufig wirken sich kindliche Schlafprobleme auf die kognitive Leistungsfähigkeit und damit auf die schulischen Leistungen aus. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, eine Übersicht über den Zusammenhang zwischen den Schlafparametern Nachtschlaf, Schlafdauer, Schlafeffizienz, Schlafqualität, Schlafprobleme sowie der kognitiven und schulischen Leistungsfähigkeit im Kindesalter (fünf bis 13 Jahre) zu geben. Einige der 25 gefundenen Studien konnten aufzeigen, dass der Nachtschlaf den Kindern das Lernen erleichtert. Dabei konnten Aufgaben, die keine tiefen Verarbeitungsprozesse benötigten, von Kindern mit Schlafeinbußen zumeist kompensiert werden, Aufgaben mit tieferen Verarbeitungsprozessen hingegen häufig nicht. Der Nachtschlaf scheint sich in diesem Alter vor allem auf die deklarative Gedächtnisleistung positiv auszuwirken. Demnach scheint die Gedächtniskonsolidierung während des Schlafs vom Typ des Lernmaterials abzuhängen. Eine zu kurze Schlafdauer, zu geringe Schlafeffizienz und das Vorhandensein von Schlafproblemen hängen überwiegend mit Einbußen bei kognitiven Lernprozessen im Kindesalter zusammen. Hingegen korrelierten subjektive Schlafqualität und Lernen nicht miteinander. Insgesamt existieren noch wenige Studien, die den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Schlafparametern und kognitiven Prozessen der Kinder untersuchen. Weitere systematische Studien sind daher sinnvoll und notwendig, die überdies beeinflussende Variablen, wie zum Beispiel elterliche Kontrolle, in die Betrachtung einbeziehen. Da Schlafstörungen bei Kindern eine Gefahr für die kognitive und schulische Entwicklung darstellen, sollten sie frühzeitig diagnostiziert werden. Daher sollten Eltern, Lehrer und alle in der Erziehung tätigen Praktiker über ein ausreichendes Wissen zu den Symptomen und Folgen schlechten Schlafs bei Kindern sowie über geeignete Präventions- und Interventionsmöglichkeiten verfügen. Gezielte Förderprogramme zur Verbesserung der schulischen und kognitiven Leistungen der Kinder könnten eingesetzt werden.
Erscheinungsjahr
Zeitschriftentitel
Lernen und Lernstörungen
Band
1
Zeitschriftennummer
4
Seite
255-280
ISSN
eISSN
PUB-ID

Zitieren

Schlarb A, Milicevic V, Schwerdtle B, Nuerk H-C. Die Bedeutung von Schlaf und Schlafstörungen für Lernen und Gedächtnis bei Kindern – ein Überblick. Lernen und Lernstörungen. 2012;1(4):255-280.
Schlarb, A., Milicevic, V., Schwerdtle, B., & Nuerk, H. - C. (2012). Die Bedeutung von Schlaf und Schlafstörungen für Lernen und Gedächtnis bei Kindern – ein Überblick. Lernen und Lernstörungen, 1(4), 255-280. doi:10.1024/2235-0977/a000025
Schlarb, A., Milicevic, V., Schwerdtle, B., and Nuerk, H. - C. (2012). Die Bedeutung von Schlaf und Schlafstörungen für Lernen und Gedächtnis bei Kindern – ein Überblick. Lernen und Lernstörungen 1, 255-280.
Schlarb, A., et al., 2012. Die Bedeutung von Schlaf und Schlafstörungen für Lernen und Gedächtnis bei Kindern – ein Überblick. Lernen und Lernstörungen, 1(4), p 255-280.
A. Schlarb, et al., “Die Bedeutung von Schlaf und Schlafstörungen für Lernen und Gedächtnis bei Kindern – ein Überblick”, Lernen und Lernstörungen, vol. 1, 2012, pp. 255-280.
Schlarb, A., Milicevic, V., Schwerdtle, B., Nuerk, H.-C.: Die Bedeutung von Schlaf und Schlafstörungen für Lernen und Gedächtnis bei Kindern – ein Überblick. Lernen und Lernstörungen. 1, 255-280 (2012).
Schlarb, Angelika, Milicevic, V., Schwerdtle, B., and Nuerk, H.-C. “Die Bedeutung von Schlaf und Schlafstörungen für Lernen und Gedächtnis bei Kindern – ein Überblick”. Lernen und Lernstörungen 1.4 (2012): 255-280.
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Zuletzt Hochgeladen
2015-01-13T16:06:18Z

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