Dimensionen lernersprachlicher Partikelverwendung : sprachsystematische, kognitiv-individuelle und interaktiv-soziale Aspekte beim Gebrauch und beim Erwerb des Deutschen als Fremdsprache

Aguado K (1996)
Bielefeld (Germany): Bielefeld University.

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OA
Bielefeld Dissertation | German
Author
Supervisor
Henrici, Gert (Prof. Dr. phil.)
Abstract
Während Partikeln in den 60er Jahren noch als "Performanzfehler" gehandelt wurden, entwickelte sich mit zunehmender Forschungstätigkeit ein Bewusstsein dahingehend, sie nicht länger als überflüssige Redefüllsel zu sehen, sondern anzuerkennen, dass sie eine Reihe wichtiger Funktionen für die Interaktion erfüllen und dass die signifikante Abwesenheit dieser Ausdrucksmittel zu erheblichen Kommunikationsstörungen führen kann. Dies ist insbesondere im Rahmen der interkulturellen Kommunikation von großer Bedeutung, da die mangelhafte Realisierung dieser sprachlichen Mittel durch Nichtmuttersprachler äußerst negative Auswirkungen auf ihre Akzeptanz durch Sprecher der Zielsprache haben kann. Zu den in der Literatur genannten Gründen, wieso L2-Lerner so große Schwierigkeiten beim Erwerb und bei der Verwendung von Partikeln haben, zählt u.a., dass sie so vielfältige und z.T. auch subtile Funktionen ausüben können, dass es häufig keine Entsprechung in der jeweiligen L1 der Lernenden gibt und dass sie in Lehrwerken und demzufolge auch im Fremdsprachenunterricht nur unzureichend behandelt werden. Im Rahmen einer prozessorientierten Erforschung lernersprachlicher Sprachverwendung wird in der vorliegenden Arbeit der Versuch unternommen, psycholinguistische, kommunikationsanalytische und fremdsprachenerwerbsspezifische Betrachtungsweisen miteinander zu verknüpfen. Mündliche Sprachdaten, die im Rahmen fremdsprachenunterrichtlicher Kommunikation erhoben worden sind, werden im Hinblick auf lernersprachenspezifische Merkmale beschrieben und analysiert. Dabei werden drei Perspektiven auf das Phänomen "lernersprachliche Partikelverwendung" unterschieden: eine sprachsystematische, eine kognitiv-individuelle und eine interaktiv-soziale. Im Hinblick auf die sprachsystematische Ebene ist zu sagen, dass von den in der vorliegenden Arbeit behandelten sprachlichen Mitteln die Modalpartikeln diejenigen sind, die formal am stärksten restringiert sind. Was die kognitiv-individuelle Perspektive betrifft, so ist zu sagen, dass Partikeln nur sehr eingeschränkt geeignet sind, der Kompensation von Planungs- oder Produktionsproblemen zu dienen. Hinsichtlich der interaktiv-sozialen Perspektive ist festzustellen, dass die hier besonders relevanten Modalpartikeln in der Lernersprache höchstwahrscheinlich deshalb so selten auftreten, weil mit ihrer Satztyprestringiertheit gleichzeitig eine Festlegung auf solche Sprechhandlungen einhergeht, zu deren Ausführung Lernende im Fremdsprachenunterricht nur vergleichsweise selten Gelegenheit haben. Modalpartikeln haben von allen betrachteten Partikeln die stärkste Adressatensteuerungsfunktion, womit sie in ihrem Gebrauch für die Lernenden als sozial eher "Unterlegenen" stark restringiert sind. Partikelerwerb und -verwendung scheinen generell nur dann möglich und wahrscheinlich, wenn die Lernenden auch sprachlich so agieren dürfen, dass die Verwendung dieser Ausdrucksmittel eine kommunikative, interaktive oder situative Notwendigkeit darstellt. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Nichtverwendung bestimmter Partikeltypen in der Rollenkonstellation im traditionellen Fremdsprachenunterricht begründet liegen könnte. Daher wird hier für die Berücksichtigung des Kriteriums der Symmetrie plädiert, damit es zur Verwendung von "interaktionssteuernden" Ausdrucksmitteln durch alle Interaktanten kommen kann. Ein "Sprechhandlungsunterricht", der sich durch das Merkmal "Herrschaftsfreiheit" auszeichnet und der eine symmetrische Rollenkonstellation impliziert, böte Lernenden mehr Gelegenheiten, in der Interaktion selbst initiativ zu werden. Ferner könnte die Schaffung möglichst vieler authentischer, natürlicher Kommunikationssituationen, in denen die Lernenden aktiv die jeweiligen Kommunikationsnormen realisieren lernen, zum Einen die potentiellen Vorteile des Fremdsprachenunterrichts gegenüber dem natürlichen Erwerb ausschöpfen und zum Anderen den unterrichtlichen Erwerbsprozess dem "natürlichen" Erwerbsprozess weitestgehend angleichen.
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Aguado K. Dimensionen lernersprachlicher Partikelverwendung : sprachsystematische, kognitiv-individuelle und interaktiv-soziale Aspekte beim Gebrauch und beim Erwerb des Deutschen als Fremdsprache. Bielefeld (Germany): Bielefeld University; 1996.
Aguado, K. (1996). Dimensionen lernersprachlicher Partikelverwendung : sprachsystematische, kognitiv-individuelle und interaktiv-soziale Aspekte beim Gebrauch und beim Erwerb des Deutschen als Fremdsprache. Bielefeld (Germany): Bielefeld University.
Aguado, K. (1996). Dimensionen lernersprachlicher Partikelverwendung : sprachsystematische, kognitiv-individuelle und interaktiv-soziale Aspekte beim Gebrauch und beim Erwerb des Deutschen als Fremdsprache. Bielefeld (Germany): Bielefeld University.
Aguado, K., 1996. Dimensionen lernersprachlicher Partikelverwendung : sprachsystematische, kognitiv-individuelle und interaktiv-soziale Aspekte beim Gebrauch und beim Erwerb des Deutschen als Fremdsprache, Bielefeld (Germany): Bielefeld University.
K. Aguado, Dimensionen lernersprachlicher Partikelverwendung : sprachsystematische, kognitiv-individuelle und interaktiv-soziale Aspekte beim Gebrauch und beim Erwerb des Deutschen als Fremdsprache, Bielefeld (Germany): Bielefeld University, 1996.
Aguado, K.: Dimensionen lernersprachlicher Partikelverwendung : sprachsystematische, kognitiv-individuelle und interaktiv-soziale Aspekte beim Gebrauch und beim Erwerb des Deutschen als Fremdsprache. Bielefeld University, Bielefeld (Germany) (1996).
Aguado, Karin. Dimensionen lernersprachlicher Partikelverwendung : sprachsystematische, kognitiv-individuelle und interaktiv-soziale Aspekte beim Gebrauch und beim Erwerb des Deutschen als Fremdsprache. Bielefeld (Germany): Bielefeld University, 1996.
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